29.11.2016 12:22 Uhr

WELT - Hygienemängel

Hygienemängel – Jamie Olivers Fleischerei gerügt

Veröffentlicht am 09.05.2014 | Lesedauer: 2 Minuten

„A – gefährlich“ – so lautete das Urteil der Lebensmittelkontrolleure über die Hygiene in Jamie Olivers Londoner Restaurantkomplex „Barbecoa“. Die Metzgerei in dem Gebäude wurde sogar geschlossen.

Die Metzgerei, die zu Jamie Olivers Londoner Grill-Restaurant „Barbecoa“ gehört, musste im Januar wegen Hygienemängeln zeitweise schließen. Lebensmittelkontrolleure hatten Mäusekot, Schimmel und abgelaufenes Fleisch gefunden. Das berichtet die britische Zeitung „The Times“.

Demnach hatte das „Barbecoa“ für 24 Stunden schließen müssen, nachdem die Kontrolleure die Hygiene des Betriebes mit dem Urteil „hazardous“, also „gefährlich“, versehen hätten. Auf den Schlachttieren, die in den Kühlräumen hingen, sei Schimmel gewachsen, Maschinen zum Schneiden und Verpacken des Fleischs nicht sauber gemacht worden, berichtet die „Times“.

Laut „Daily Mail“ wurden zudem größere Mengen Mäusekot gefunden sowie altes Hühnerfleisch, das mit einem späteren Haltbarkeitsdatum umetikettiert und wieder in den Verkauf gegeben worden ist.

Eines der 19 dreckigsten Londoner Restaurants

Auf seiner Website wirbt der Gastrokomplex mit den „unglaublichen Zutaten“ seiner Gerichte, für die angeblich nur „das allerbeste Fleisch Großbritanniens“ verwendet würde. Die Metzgerei im ersten Stock beliefert denn auch das Restaurant, das im zweiten Stock des Gebäudes liegt.

Der TV-Koch Jamie Oliver hatte das „Barbecoa“ direkt neben der St. Paul’s Cathedral im Jahr 2010 gemeinsam mit dem US-amerikanischen Küchenchef Adam Perry Lang eröffnet.

Der schlechten Nachrichten noch nicht genug: Der „Independent“ schreibt sogar, das Restaurant sei eines von nur 19 (von insgesamt mehr als 1600) Londoner Gaststätten, die von den Prüfern des Gesundheitsamtes bei ihrer Kontrolle im Januar in die schlechteste aller möglichen Kategorien eingeordnet wurde.

Schimmel gehöre zum „Dry-Age“-Prozess

Das Unternehmen reagiert mit einer Stellungnahme, die es unter anderem über Twitter verbreitete: Man habe die Metzgerei im Januar für mehrere Stunden geschlossen, um sich um die Mängel zu kümmern und innerhalb von 24 Stunden wieder geöffnet, heißt es dort. „Seitdem haben wir vom Gesundheitsamt sehr positive Rückmeldungen hinsichtlich aller Optimierungen bekommen.“

Ein Sprecher des Restaurants wies zudem darauf hin, dass der gefundene Schimmel eine Begleiterscheinung des „Dry Age“-Prozesses ist, in dem Fleisch trocken abgehangen und so zur Delikatesse wird. Dies bedeute aber nicht, dass das Fleisch ungenießbar sei. Jamie Oliver, der auf Twitter sehr aktiv ist, hat sich bisher nicht persönlich zu den Vorwürfen geäußert.

Der hyperaktive britische Starkoch, dessen Kochbücher weltweit in Millionenauflage erscheinen, musste erst kürzlich einen geschäftlichen Tiefschlag hinnehmen und drei seiner vier Restaurants der Kette „Union Jack“ schließen – die Geschäfte mit traditionellem britischen Essen wie „Fish and Chips“ liefen zu schlecht, meldete der britische „Guardian“.